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Hyperthermic intraperitoneal chemotherapy in colorectal cancer

19. Januar 2026

Bei Darmkrebs mit Absiedelungen im Bauchfell war Oxaliplatin-basierte HIPEC insgesamt mit besseren Überlebensdaten verbunden als Mitomycin-basierte HIPEC.

Wenn sich Darmkrebs im Bauchfell ausbreitet, handelt es sich um eine schwere Erkrankung. In spezialisierten Zentren wird in solchen Fällen oft eine große Operation durchgeführt (cytoreductive surgery). Direkt danach kann HIPEC eingesetzt werden, eine Form der Chemotherapie, die im Bauchraum angewendet wird. Welche Medikamente dafür am besten geeignet sind, ist seit Jahren umstritten.

Autoren: Oliver M. Fisher, Chris Brown, Jesus Esquivel, et al. (internationale Studiengruppen)
Erschienen: 2024
Journal: BJS Open

Studiensteckbrief

  • Studientyp: Retrospektive, multizentrische Beobachtungsstudie
  • Wer hat die Studie durchgeführt? Internationale Forschungsgruppen (u. a. PSOGI, NPOG, ASPSM, BIG-RENAPE)
  • Wo und wann? 39 spezialisierte Zentren in mehreren Ländern, Behandlungszeitraum 1991–2018
  • Patientengruppe/Teilnehmerzahl: 2093 Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs und Bauchfellmetastasen
  • Vergleich/Intervention: Oxaliplatin-HIPEC versus Mitomycin-HIPEC nach cytoreductive surgery
  • Endpunkte: Gesamtüberleben, rückfallfreies Überleben, Komplikationen und 90-Tage-Sterblichkeit

Zentrale Ergebnisse

  • Patientinnen und Patienten mit Oxaliplatin-HIPEC lebten im Durchschnitt länger als jene mit Mitomycin-HIPEC.
  • Auch das rückfallfreie Überleben war mit Oxaliplatin-HIPEC etwas besser.
  • Höhere Dosierungen der HIPEC waren mit besseren Ergebnissen verbunden als niedrige Dosierungen.
  • Die Sterblichkeit innerhalb von 90 Tagen nach der Behandlung war bei Mitomycin-HIPEC höher.

Einordnung der Evidenz

Die Studie ist beobachtend und nicht randomisiert. Die Forschenden haben statistische Methoden eingesetzt, um Unterschiede zwischen den Patientengruppen auszugleichen (Propensity-Score-Matching).

Bedeutung für Patientinnen und Patienten

Die Ergebnisse legen nahe, dass Art und Dosierung der HIPEC eine Rolle spielen können. Besonders niedrige Dosierungen scheinen weniger wirksam zu sein. Für Betroffene kann dies wichtig sein, wenn sie sich in spezialisierten Zentren über mögliche Behandlungsstrategien informieren.

Grenzen der Studie

  • Keine randomisierte Studie
  • Unterschiedliche Behandlungsabläufe in den beteiligten Zentren
  • Nicht alle Einflussfaktoren konnten vollständig erfasst werden

Quellen

  • Fisher OM et al. Hyperthermic intraperitoneal chemotherapy in colorectal cancer. BJS Open. 2024.

Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information von Patientinnen und Patienten.
Trotz sorgfältiger Erstellung können Fehler nicht ausgeschlossen werden.
Keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.